Samsung Galaxy S26 Ultra im Test: Fünf Jahre das gleiche Rezept – und es funktioniert immer noch
Das Galaxy S26 Ultra bleibt sich treu: großes Display, Snapdragon-Chip, S Pen und 5.000 mAh – zum fünften Mal in Folge. Doch Samsung hat dieses Jahr etwas Neues im Gepäck, das sich in der Praxis als echter Game Changer erweist.
Fünf Jahre, ein Rezept – und Samsung weicht nicht ab
Wer das Galaxy S22 Ultra neben das S26 Ultra hält, wird auf den ersten Blick kaum einen Unterschied erkennen. Abgerundete Ecken, flache Metallrahmen, eine hochgezogene Dreifachkamera auf der Rückseite – das ist das "Galaxy Ultra"-Gesicht, das Samsung seit Jahren konsequent beibehält. Ob das Mut oder Einfallslosigkeit ist, lässt sich schwer sagen. Fest steht: Nach zwei Wochen mit dem Galaxy S26 Ultra kann man Samsung diese Beharrlichkeit kaum verübeln – denn das Gerät macht einfach vieles richtig.
Privacy Display – das Highlight dieses Jahres
Die eigentliche Neuerung des S26 Ultra ist kein neuer Chip und auch keine revolutionäre Kamera, sondern das sogenannte Privacy Display. Das Feature schaltet jeden zweiten Pixel des Displays aus, sodass der Bildschirminhalt für Personen seitlich nahezu unsichtbar wird. Wer es aktiviert, sieht das Display weniger hell und etwas weniger scharf – aber es ist mehr als benutzbar.
In der Praxis ist das besonders auf Reisen ein echter Mehrwert. Messaging-Apps, Banking oder Social Media lassen sich so öffnen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wer auf den Sitz nebenan schaut. Samsung hat das gut gelöst: Bestimmte Apps aktivieren die Funktion automatisch – man muss nicht jedes Mal manuell eingreifen.

One UI 8.5 mit Gemini AI – mehr Assistent als je zuvor
Softwareseitig läuft das S26 Ultra mit One UI 8.5, das tiefer als je zuvor mit Google Gemini verknüpft ist. Samsung will bis Ende 2026 über 800 Millionen Geräte mit Gemini ausstatten – das S26 Ultra ist dabei der Vorzeigeträger. Gemini lässt sich direkt in den Alltag integrieren: Suche, Zusammenfassungen, Bildbearbeitung und Cross-App-Aktionen funktionieren ohne Umwege. Die KI-Funktionen sind nicht mehr nur ein Add-on, sondern fühlen sich wie ein natürlicher Teil der Oberfläche an. Wer wissen möchte, in welche Richtung sich KI auf Smartphones entwickelt, kann sich auch unseren Artikel zum iPhone 17 Pro und seinem 400-Milliarden-Parameter-KI-Modell ansehen – Apple und Samsung liefern sich hier gerade ein spannendes Rennen.
5.000 mAh – warum ändert Samsung das nicht?
Was Samsung Jahr für Jahr hartnäckig beibehält und dabei zunehmend Kritik erntet, ist der Akku. 5.000 mAh – dieselbe Kapazität wie beim S22 Ultra. Im Alltag mit 5–7 Stunden Bildschirmzeit kommt man gut durch den Tag, notfalls mit ein paar Prozent Reserve. Aber "gut durch den Tag kommen" ist für ein Gerät, das "Ultra" im Namen trägt und über 1.200 Euro kostet, keine überzeugende Aussage. Selbst günstige Samsung-Mittelklassegeräte bieten inzwischen größere Akkus. Und auch der Vergleich mit dem iPhone 17e fällt hier nicht zur Gunst Samsungs aus – das deutlich günstigere Apple-Gerät hat eine höhere Energieeffizienz.
S Pen und Kamera – solide, aber nicht aufregend
Der S Pen ist nach wie vor dabei – und das ist zunehmend eine Selbstverständlichkeit, die kaum noch auffällt. Samsung hat das Feature so tief in die Ultra-DNA verankert, dass sein Fehlen lauter wäre als seine Anwesenheit. Bei der Kamera gilt ähnliches: Das Dreifachsystem liefert ordentliche Ergebnisse über alle Brennweiten, aber es begeistert nicht. "Gut genug" ist die treffendste Beschreibung – weit entfernt von dem, was man von einem Gerät in dieser Preisklasse erwarten würde. Wer ein Foldable statt eines klassischen Ultra-Formats in Betracht zieht, findet mit dem Samsung Galaxy Z Fold 8 und seiner 200-MP-Kamera eine interessante Alternative im Samsung-Lineup.
Das Galaxy S26 Ultra ist ein sehr gutes Smartphone – und genau das ist das Problem. Gut reicht nicht, wenn man "Ultra" auf der Verpackung stehen hat und über 1.200 Euro verlangt. Der Privacy Display ist ein echter Fortschritt, One UI 8.5 mit Gemini funktioniert hervorragend, und im täglichen Umgang läuft das Gerät genau so, wie man es erwartet. Aber Samsung muss sich irgendwann die Frage stellen, ob fünf Jahre Stillstand in Design und Akku wirklich noch als Strategie durchgeht.
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